|

| |
vielen Dank an Martin Ortner für die
Arbeit....
Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr !
1874 - 1999
125 Jahre Feuerwehr Edling
Die Geschichte soll mit einer kleinen Chronik der Feuerwehr Edling (und teilweise auch
Steppach) beginnen. In der Anfangszeit handelte es sich offenbar um eine gemeinsame Wehr,
obwohl es bis 1971 zwei politische Gemeinden waren.
Als Unterlagen dienten die noch vorhandenen Schriftstücke. Dies sind zum Teil
Kassenbücher, Kassenbelege (Rechnungen) und Unterlagen der Schriftführer. Diese
Unterlagen sind zwar nicht alle durchgehend vorhanden, jedoch sind die oben genannten
Dokumente chronologisch überlappend und eines der Dokumente ist aus fast jeder Zeit
vorhanden, so dass sich die in der Folge dargestellten Sachverhalte (aus Rechnungen,
Einsatzberichten, Schriftverkehren etc.) belegen lassen.
Brände gab es zu allen Zeiten
Verheerende Stadtbrände, wie der angeblich von Nero ausgelöste im antiken Rom, seien nur
als Beispiel erwähnt. Die Siedlungen im Mittelalter erlebten ebenso schlimme Brände,
denen zum Teil ganze Städte zum Opfer fielen. Löschversuche gab es immer wieder, jedoch
waren mit Eimerketten die Flammenmeere nicht zu bekämpfen. Durch die Industrialisierung
im 19. Jahrhundert und die dadurch bedingte Bevölkerungsverdichtung in den Städten trat
zunehmend die Notwendigkeit auf, Löschmaßnahmen, die unkoordiniert, chaotisch und
ineffektiv waren, koordinierten Trupps zu übertragen. Die Bezeichnung
"Feuerwehr für diese Trupps tauchte erstmalig 1847 in Karlsruhe (-Durlach)
auf.
In Bayern begann die Gründung der Wehren in den 60er ]ahren des letzten Jahrhunderts. Die
große Gründungswelle setzte in den 70ern ein. Dies ist auch der Grund für die vielen
einschlägigen Gründungsjubiläen in diesen Jahren.
Gründung der FFW Edling - Steppach
In Edling wurde gemeinsam mit Bürgern der Gemeinde Steppach ebenfalls eine solche Wehr
gegründet.[1] Diese war auch beim großen Wasserburger Stadtbrand am 1. Mai 1874 zur
Stelle, der vom Rathaus ausgehend den Bereich Tränkgasse verwüstete. Der Wasserburger
Kommandant bedankte sich überschwenglich mit einem Schreiben vom 15.5.1874 bei den
Edlingern. Ganz beiläufig bat er sie jedoch auch, die "Requisiten" zu
überprüfen, ob sich dabei nicht Gerätschaften (Löscheimer, Schläuche usw.), die den
Edlingern nicht gehörten, befinden würden. Durch den Wasserburger Brandbericht erfuhr
das königliche Bayerische Innenministerium von der Existenz einer Wehr und forderte mit
einem Schreiben vom 18.5.1874 den Bürgermeister der Gemeinde Edling dazu auf, dies auch
offiziell mitzuteilen, damit die Wehrmänner bei Unfällen versichert
("unterstützungsberechtigt") seien.
So fand am 15. Juni 1874 die offizielle Gründung statt.
Erster Kommandant war Engelbert Hiebl, Bauer. Im Treppenhaus des Feuerwehrgebäudes
hängen Ehrenurkunden für sein 40- und 50jähriges Dienstjubiläum (1914 bzw. 1924).
Die weiteren Funktionen:
· Adjutant
(Stellvertreter):
Thomas Bacher, Maurer
· Requisitenmeister:
Xaver Bacher, Schreiner
· Vorstand:
Korbinian Spötzl, Ökonom
In den Anfängen handelte es sich noch um eine gemeinsame Wehr Edling - Steppach. Selbst
die Schreiben des königlich (kgl.) Bayerischen Bezirksamtes Wasserburg sind an die
"Feuerwehr Edling - Steppach" adressiert.
Wann die Trennung der Wehren erfolgte, lässt sich aus den Unterlagen der Edlinger nicht
mehr recherchieren, denn auch im Gemeindearchiv waren keine Unterlagen hierüber zu
finden. Die Chronik der Steppacher Wehr nennt jedoch hier das Jahr 1877. Die bereits
erwähnten Schreiben des Kgl. Bayerischen Bezirksamtes, adressiert an die "Feuerwehr
Edling - Steppach, liegen nur bis 1879 vor.
Finanzierung - früher so wichtig wie heute
Finanziert wurden die Wehren damals aus den Mitgliedsbeiträgen der Aktiven (zu Beginn 40
Kreuzer pro Quartal) sowie Zuschüssen der Gemeinden und des Königlichen Bezirksamtes
Wasserburg (Vorläufer des Landratsamtes).
Der damalige Kgl. Bezirksamtmann Stenger war dem Löschwesen gegenüber sehr
aufgeschlossen. Nicht unerhebliche Spenden sind auch von Edlinger Bürgern nachgewiesen.
Darüber hinaus wurden vom Kgl. Bezirksamt Wasserburg immer wieder zweckgebundene Mittel
für konkrete Anschaffungen gewährt. So wurden 1875 50 Fl. (Gulden) für die Ausrüstung
der "Steigerabteilung bewilligt. Der Stand der vorhandenen Ausrüstung wurde
durch das königliche Bezirksamt laufend überprüft, ob sie den bestehenden Vorschriften,
auch quantitativ, entsprach.[2]
Funktionen
Die Funktionen der Wehrmänner teilten sich im wesentlichen in die Funktionen der
Steiger und der Spritzenmänner auf. Die ersteren waren für die
unmittelbare Brandbekämpfung zuständig. Bei Gebäudebränden erfolgte diese meist über
Leitern von außen. Wo ausfahrbare Leitern nicht oder nicht in ausreichender Länge
vorhanden waren oder aus Platzgründen nicht eingesetzt werden konnten, kamen sogenannte
Hakenleitern zum Einsatz. Hierbei handelte es sich um relativ kurze Leitern,
an deren oberen Enden kräftige rechtwinkelige eiserne Haken oder Spitzen angebracht
waren. Diese Haken wurden an den Fensteröffnungen eingehängt (gegebenenfalls vorher
damit die Scheiben eingeschlagen) und so arbeiteten sich die Steiger an der
Fassade von Etage zu Etage nach oben. Da bei den Steigern ein ordentliches Stück
Akrobatik gefordert war, sollten zu dieser Funktion nur Leute eingestellt werden, die
berufsbedingt schwindelfrei waren, wie z.B. Zimmerer, Dachdecker oder Maurer.
Die Spritzenmänner hingegen waren für die Wasserbeschaffung bis zum
Brandherd zuständig. In den Anfängen verfügte man nur über Druckspritzen. Das Wasser
musste mit Kübeln herbeigeschafft werden (Eimerketten) und wurde in einen Bottich
gekippt, aus dem per Muskelkraft das Wasser zum Brandherd gepumpt wurde. Später verfügte
man über Spritzen, die das Löschwasser selbst ansaugten. Das für diese Funktion
ordentlich Muskelkraft erforderlich war, versteht sich von selbst. Aus diesem Grund war
angeordnet, das dafür nur Männer mit entsprechender Körperkraft eingeteilt wurden.
Die Pflichtfeuerwehr, der jeder männliche Bürger zwischen 18. und 60. Lebensjahr
angehörte, wurde für Ordnungsdienste, Aufräumungsarbeiten u. ähnliches eingesetzt.
Die erste Löschmaschine im Jahre 1890
1877 dachte man seitens des kgl. Bezirksamtes an die Beschaffung von Löschmaschinen
(Druckspritzen[3]). Hierbei handelte es sich wohl um eine fahrbare Pumpe, doch seit 1887
bemühte sich die Wehr um die Beschaffung einer Saug- und Druckspritzmaschine, die das
Löschwasser sowohl selbst ansaugte als auch den Druck für die Strahlrohre erzeugte. Dies
geschah selbstverständlich durch die Muskelkraft der sogenannten
"Spritzenmänner". 1890 waren diese Bemühungen erfolgreich. Für den riesigen
Betrag von 1250,- Mark wurde eine neue Löschmaschine des Typs Justus C. Braun, Nürnberg,
mit der Seriennummer 3215 angeschafft. Ursprünglich wollte die Wehr eine gebrauchte
Löschmaschine erwerben, welche in der "Kreisirrenanstalt Gabersee" zum Verkauf
stand (siehe auch Abbildung von 1931).
Die Wehr besaß damals eine ausziehbare Leiter, die voll ausgefahren eine Länge von 12
Metern erreichte und von 2 Stützen gesichert wurde. Dieser Sachverhalt ist deshalb
bekannt, weil bei einer Übung eine der Stützen brach und einer der 4 Steiger, der zweite
von oben, in einer Höhe von 3,5 Metern nicht abspringen konnte und unter die umstürzende
Leiter kam. Er wurde wohl verletzt, jedoch offenbar nicht ernsthaft.
1905 wurde eine fahrbare und ausfahrbare Leiter beschafft, die eine Höhe von 13 Metern
erreicht. Diese befindet sich als Oldtimer noch immer im Besitz der Wehr.
Übungen waren auch damals Pflicht
Jährlich wurden 3 - 4 Hauptübungen, an denen auch die Pflichtfeuerwehr
beteiligt war, abgehalten. Darüber hinaus gab es ungefähr genauso viele sogenannte
Abteilungsübungen der Freiwilligen Feuerwehr (Steiger, Spritzen, usw.).
Die Anwesenheit der Mitglieder wurde mit Hilfe sogenannter "Verleselisten"
peinlich genau überwacht. Bei wiederholtem unentschuldigtem Fernbleiben wurde die
Gemeinde zwecks Verhängung von Maßnahmen ("Strafen") verständigt.
Die erste Fahne
1899 konnte die Wehr (zwischenzeitlich Wehren Edling und Steppach) ihr
25jähriges Gründungsjubiläum feiern. Zu diesem Anlass wollte man auch eine Fahne
anschaffen (die heute noch in sehr gutem Zustand erhalten ist). Bis dahin besaß man
lediglich eine einfache Standarte. Diese wurde von Pfarrer Joa zur Einweihung des jetzigen
Feuerwehrhauses 1987 in mühevoller Kleinarbeit restauriert und hängt jetzt im
Eingangsbereich des Feuerwehrhauses.
Der "Verwaltungsrath" (Vorstandschaft) ersuchte den damaligen Ortspfarrer um
Entwürfe für eine Fahne. Es sollte neben dem Vereinsnamen auch auf den Anlass
"Gründungsjahr 1874 - Fw-Weihe 1899" verwiesen werden. Die Kosten sollten 320
Mark nicht überschreiten. Gefertigt wurde diese von einem Servittinen-Kloster in
München; die Weihe fand am 6.8.99 statt. Diese Details gehen aus dem vorliegenden
Schriftverkehr des damaligen Schriftführers Lichtenstern (Lehrer; Edling) hervor. An
diesem Fest nahmen neben den Ortsvereinen 34 Feuerwehren teil.
Auch Roßhart hatte eine Feuerwehr
Eine Zäsur bedeutete 1914 der Ausbruch des 1. Weltkrieges. Die Edlinger Wehr
(Freiwillige und Pflichtfeuerwehr) hatte 105 Mitglieder. In diesem Jahr taucht in den
Unterlagen erstmals auch die "II. Compagnie" auf, die die Roßharter
Feuerwehr darstellte. Im ersten Kriegsjahr wurden 46 Mann, 1915 bereits 62 und 1918
waren es 80 (!) Mann, zum Kriegsdienst eingezogen. Der Chronist bedauerte
14 Gefallene und 3 Vermisste, sowie eine Reihe in Gefangenschaft befindlicher
Kameraden.
Das 50. Gründungsjubiläum als "Doppeljubiläum
der beiden Wehren konnte 1924 gefeiert werden. Ein Original der Einladungen
hierzu hängt im Treppenhaus des Edlinger Feuerwehrhauses; unterzeichnet von den
Vorständen Martin Keiler (Edling) und Alois Hammer (Steppach).
Die neue Motorspritze
Einen Meilenstein in technischer Hinsicht stellte der Erwerb einer
Motorspritze Typ Magirus "Bukarest" mit 25 PS und einer Leistung von 800 - 1000
Liter Wasser pro Minute dar. Das gute Stück kostete 7500 Mark.
Am 3.5.25 fand in Roßhart zunächst eine Vorführung (heute würde man sagen:
Verkaufsveranstaltung) statt. Der zu überwindende Höhenunterschied betrug 8 m. Die
Motorspritze brachte bereits nach 2 Minuten und 10 sec. Wasser, das dann noch ca. 15 Meter
Höhe erreichte. Die vergleichsweise Förderung mit zwei manuell betriebenen Pumpen
brachten erst nach ca. 10 Minuten Wasser. Dies berichtete der damalige Schriftführer
Geyer, der den älteren Edlingern noch als Lehrer in Erinnerung sein dürfte. In seiner
Niederschrift schwingt die Begeisterung und Faszination deutlich mit. Diese Magirusspritze
tat übrigens ihren Dienst in Edling bis 1960.
Nach der Übergabe an die Wehr war eine öffentliche Vorführung an einem Samstag um
15.oo Uhr neben dem Keiler-Wirt in der Staudhamer Straße vorgesehen. Groteskerweise
brannte jedoch am selben Tag gegen 14.oo Uhr beim Anwesen Nieder ein Nebengebäude. Die
interessierten Zuschauer waren in Unkenntnis des echten Einsatzes über die
"Vorverlegung" verwundert. Für die Wehr war jedoch die mangelnde Übung mit dem
neuen Gerät ein Problem.
Ein Fahrzeug für die Feuerwehr
1931 erwarb die Feuerwehr Edling von der Fa. Meggle für 500,00 Mark einen
gebrauchten LKW, für den zu Feuerwehrzwecken beim Finanzamt auch Befreiung von der
Kfz-Steuer beantragt wurde. Über den Verbleib dieses Fahrzeuges ist jedoch nichts
bekannt. Selbst ältere, noch lebende Edlinger, die bereits vor dem Kriege Mitglieder
waren, können hierüber keine Auskunft geben. Anzunehmen ist jedoch, daß der LKW bei den
vielen Einsätzen, die auch die hiesige Wehr gegen Kriegsende in München hatte, dort
verschollen ist.
Schwierige Kriegszeiten
Während des "Großdeutschen Reiches kamen einschneidende
Änderungen. Der "deutsche Gruß" wurde 1934 per Amtsblatt eingeführt. Ab
1935/36 wurden die Feuerwehrvereine aufgelöst; die Wehren wurden als Feuerwehrpolizei dem
Polizeidienst zugeordnet. Die meisten Vereine mussten auch ihre Vereinsfahnen abgeben.
Appelle (Pflichtübungen) wurden häufig am Sonntag während der Gottesdienstzeit
angesetzt, um den Kirchgang zu erschweren oder gar unmöglich zu machen.
Während des Krieges waren ja nahezu alle kriegsdiensttauglichen Männer und damit eben
auch die aktiven Wehrmänner eingezogen. Dies führte dazu, dass kurzzeitig auch eine
Frauenfeuerwehr existierte.
Nach dem Krieg, als alles knapp war, mussten für Diesel und Vergaserkraftstoff beim
Landratsamt Bezugsscheine beantragt werden. Die verbrauchte Menge musste nach Einsätzen
exakt nachgewiesen werden.
Die verschiedenen Feuerwehrhäuser
Untergebracht war die 1. Kompanie, d.h. die Edlinger Wehr (die
2. Kompanie war die ab 1914 existierende Roßharter Wehr) im Westteil des Gasthofes
Marketsmüller", dem späteren Gasthaus Wurm. Heute befindet sich hier der
Eingangsbereich des Spar- Supermarktes (gegenüber der Apotheke).
Gegen Ende der 40er-Jahre dachte man an ein neues Spritzenhaus. Hierfür wurde im März
1948 (3 Monate vor der Währungsreform) eine Haussammlung veranstaltet.
Diese ergab lt. Aufstellung vom 7.3.48:
107 Eier
43 Pfund Mehl
1 Pfund Fett
1 Pfund Grieß
5 Pfund Nudeln
1/2 Pfund Rauchfleisch
2 Dosen Büchsenfleisch
1 1/2 Ztr. Kartoffeln und
etwas Kaffee und Haferflocken.
Was mit den Naturalien geschah, in einer Zeit, in der Flüchtlinge und Heimatvertriebene
und der Hunger die großen Probleme darstellten, ist nicht dokumentiert.
Am 23.7.1948 konnte das neue Spritzenhaus westlich des "Hansenstadels, dem
heutigen Berndl - Anwesen, eingeweiht werden. Im Obergeschoss, in dem sich eine Wohnung
befindet, war zeitweise auch die Gemeindekanzlei untergebracht.
1974 wurde ein Teil der Wehr in den Westteil des ehemaligen Schulhauses, dem jetzigen
Rathaus verlegt.
Seit 1987 hat die Wehr eine angemessene Bleibe im Neubau des derzeitigen Feuerwehrhauses.
Doch von der Unterbringung zurück zur Chronologie:
Die Meuterei
1954 fand eine regelrechte Meuterei statt. 80 % der Feuerwehrler beschwerten
sich darüber, dass in Edling die Übungen doppelt so häufig angesetzt waren, wie bei
Wehren in der Umgebung. Der 1. Kommandant Hohenadler und sein Vertreter Thomas Bacher
legten mit Schreiben vom 11.4.54 gegenüber der Gemeinde ihre Ämter nieder. Auch ein
klärendes Gespräch mit dem Bürgermeister brachte keine andere Lösung als Neuwahlen.
Philipp Hanslmeier wurde der dann langjährige 1. Kommandant, sein Vertreter Johann
Bacher.
Ausrüstung
Nach dem Kriege (1948) bekam die Wehr in Edling einen ausrangierten 1,5-Tonner aus
Wehrmachtsbeständen, der in Eigenleistung notdürftig als Mannschaftstransporter umgebaut
wurde und gut 10 Jahre mehr schlecht als recht seinen Dienst versah und 1960 durch den
Opel-Blitz mit Vorbaupumpe ersetzt wurde.
Ein echtes Feuerwehrfahrzeug
Am 25.1.1960 wurde der als Feuerwehr-Oldtimer noch im Besitz befindliche
Opel-Blitz mit Vorbau-Pumpe zugelassen und der Wehr übergeben. Nach Aussagen von älteren
Aktiven wurden Einsätze in den 50er Jahren gelegentlich auch im Viehanhänger des
damaligen Gastwirtes und Viehhändlers Georg Keiler gefahren. Nach heutigen Maßstäben
ein undenkbarer Zustand, der aber damals "normal" war.
Eine Tragkraftspritze mit Anhänger
Im Jahr 1961 wurden für die Roßharter Wehr eine neue Tragkraftspritze sowie ein
Anhänger beschafft. Der Anhänger beherbergt noch heute das Heuwehr-Gerät. Die
Roßharter Wehr wurde, nachdem über den ungeklärten Verbleib verschiedener
Ausrüstungsgegenstände Unmut laut wurde (siehe auch Sitzungsprotokolle des
Gemeinderates), aufgelöst.
Ein Tanklöschfahrzeug
Im Jahre 1974 erhielt die Wehr das Tanklöschfahrzeug TLF 16, das nunmehr nach
25 Jahren und unzähligen Übungen und Einsätzen durch das neue Fahrzeug ersetzt
wird. Das zweite Einsatzfahrzeug LF 8 wurde 1986 erworben.
Ein wenig Statistik
"Einwohnerzahl / Gewerbebetriebe 1960 / bis heute
Hier ist es an der Zeit, die Einwohnerstatistik heranzuziehen:
· 1960,
als der jetzige "Oldtimer" Opel-Blitz gekauft wurde (das erste Fahrzeug, das neu
erworben wurde), hatte Edling 1.524 Einwohner.
· 1974,
als das jetzt ausgemusterte TLF 16 hinzukam, war die Einwohnerzahl bereits auf 2.607
angewachsen.
Derzeit wohnen knapp 3.800 Bürger in der Gemeinde Edling.
Eine Statistik der Gewerbebetriebe über diese Zeiträume liegt uns nicht vor - doch es
darf angenommen werden, das deren Anzahl ebenfalls stark angewachsen ist.
Die Organisationen im Wandel der Zeit
Vorstände der Feuerwehr Edling
Vorstand
Zeitraum
Stellvertreter
Zeitraum
Spötzl Korbinian
Erster Vorstand ab 1874
Keiler Martin
1924
Stettner Peter
1949 - 1960
Heimisch Otto
1961 - 1965
Hanslmeier Philipp
1962
Spötzl Josef sen.
1965 - 1975
Hanslmeier Philipp
-1974 ???
Bacher Ferdinand
1979 - 1980
Gottwald Hans
1980 - 1991
Berndl Georg
1985 1991
Berndl Georg
seit 1991
Fröschl Hans
seit 1991
Kommandanten der Feuerwehr Edling
Kommandant
Zeitraum
Stellvertreter
Zeitraum
Hiebl Engelbert
Erster Kommandant ab 1874; 50jähr. Dienstjubiläum 1924
Bacher Thomas
ab 1874
Spötzl Anton
1914
Baumann Josef
1914
Bacher Georg ??
Lipp Franz
ab 1945 in Roßhart
Brandstetter Georg
1946 in Roßhart
Hohenadler Rupert
1949 / bis 1954
Bacher Georg
1952 / bis 1954
Hanslmaier Philipp
1954 - 1970
Bacher Johann
1954 - 1959
Schuster Peter
1959 - 1964
Heigl Johann
1958/61 in Roßhart
Kainz Josef
1961/64 in Roßhart
Gottwald Hans
1970 - 1980
Hiebl Georg
1970 - 1975
Bacher Ferdinand
1975 - 1980
Bacher Ferdinand
1980 - 1997
Berndl Georg
1980 - 1991
Berndl Martin
1991 - 1997
Berndl Martin
seit 1997
Wieser Günther
seit 1997
Die Feuerwehr heute
Ein Blick in die Einsatzstatistik zeigt, dass der Name "Feuerwehr"
aus Sicht der Aufgabenstellung heutzutage eher ein Traditionsname ist. Die Verlagerung der
Einsätze von der Brandbekämpfung hin zu verschiedenster technischer Hilfeleistung macht
auch die Ausrüstung der Fahrzeuge deutlich. So waren bei der Beschaffung des jetzt
auszumusternden Fahrzeuges Gegenstände wie Rettungsschere u. - Spreizer, Großlüfter
u.s.w. noch nicht bekannt. Diese mussten nachträglich untergebracht werden, so das es mit
der zulässigen Beladung Probleme gab.
Die maximale Zuladung des Fahrzeuges war ja mit der Ausrüstung zum Zeitpunkt des Kaufes
nahezu ausgelastet. Natürlich wird ein Großteil der Ausrüstung des alten Fahrzeuges
übernommen.
Das neue Fahrzeug
Das neue Fahrzeug ist ein LF 16/12 mit 1600 Liter Löschwasser für
Schnellangriff mit Wasser und Schaum an Bord, bei einer Pumpenleistung bis 1600
Liter/Minute sowie für vielfältige technische Hilfeleistung, die jedoch in der Folge
beschrieben wird :
Grundlage ist ein MAN-Fahrzeug mit 220 PS Motorleistung und 13,5 t zulässigem
Gesamtgewicht.
Die Besatzung ist 1 + 8; d. h. 1 Fahrer und bis zu acht Mann Löschtrupp
Einen Überblick über die Ausstattung gibt ein Auszug aus dem Beladungsplan:
· 4 Atemschutzausrüstungen mit 4
Ersatz-Pressluftflaschen und 4 Ersatzmasken (siehe auch Bildbeschreibung)
· 3 Beschichtete Schutzanzüge für Chemikalien
· 1 Kübelspritze
· Schaummittel und Schaumstrahlrohre zur Bekämpfung
von Flüssigkeitsbränden
· 12 Rollen (240 Meter) B-Schläuche (Durchmesser 75
mm)
· 10 Rollen (150 Meter) C-Schläuche (Durchmesser 52
mm)
· 50 Meter formstabiler Druckschlauch auf Haspel für
Schnellangriff
· diverse Strahlrohre für die jeweiligen
Schlauchgrößen
· eine 3-teilige Schiebeleiter (maximale Höhe 13 m)
· Krankentrage und Erste-Hilfe-Ausrüstung
· 4 Handscheinwerfer
· 4 Halogenscheinwerfer je 1000 W, davon 2 auf
pneumatisch verstellbaren Masten montiert
· festeingebautes Funkgerät (Feuerwehrfunk mit
Einsatzzentrale)
· Handfunkgeräte für Verständigung am Einsatzort
· Mobiltelefon
· Handlautsprecher (Megaphon)
· Tauchpumpe (z. B. zum Auspumpen von Kellern)
· Stromerzeuger ("Notstromaggregat) mit 8
kVA
· Lufthebekissen zum behutsamen Anheben von Lasten
(mit Pressluftflaschen betrieben; Nutzlast bis 20 to.)
· Rettungsschere und -Spreizer sowie -Zylinder (bis
90 cm Hub); siehe auch Bildbeschreibung
· Absaugvorrichtung für Kraftstoff
· Motorsäge (Kettensäge) mit Verbrennungsmotor
· Trennschleifer (Flex)
· Bolzenschneider
· Ölbindemittel
· Rollglies (Bergsteigerähnliche Ausrüstung für
Höhen- und Tiefenrettung)
Dies ist nur ein Auszug aus der vier DIN-A-4-Seiten umfassenden Beladeliste, um aufzeigen,
welche umfangreiche Ausrüstung ein modernes Einsatzfahrzeug mitführt.
Abteilung - Atemschutz
Bei Sauerstoffmangel, Brandrauch oder Chemieunfällen mit Austritt
gesundheitsschädigender Stoffe (Atemgifte) können die Einsatzkräfte der Feuerwehren nur
durch Umluft unabhängige Atemschutzgeräte entsprechend den Unfallvorschriften geschützt
werden.
Der FFW Edling stehen hierfür derzeit 22 Mann mit entsprechender Ausbildung und
körperlicher Fitness zur Verfügung. Die Männer müssen ihre Gesundheit sowie ihre
theoretische und praktische Einsatzfähigkeit regelmäßig unter Beweis stellen.
Die richtige Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit sowie eine hohe psychische
Belastungsfähigkeit gehören ebenso zu jedem Einsatz, wie technisch einwandfreies und
nach den neuesten Sicherheitsstandards ausgelegtes Gerät.
Mit aus diesem Grund hat die Gemeinde Edling zum Jahresanfang den kompletten Atemschutz
unserer Feuerwehr erneuert. Für die bisherigen 8 Normaldruckgeräte, die zum Teil bereits
seit 1976 in Einsatz sind, wurden nunmehr die wesentlich sichereren Überdruckgeräte
angeschafft. Durch die neuartige Beschaffenheit der Druckluftflaschen aus Kohlefaser
konnte die zur Verfügung stehende Luftmenge vergrößert und das Gewicht der Geräte
erheblich gesenkt werden. Die effektive Einsatzzeit liegt nunmehr je nach Einsatzbedingung
und Luftliterverbrauch des jeweiligen Geräteträgers bei 25 - 45 Minuten. Das Gewicht
konnte von bisher 16 kg auf 11 kg gesenkt werden, was zu einer geringeren
Belastung der Atemschutzgeräteträger führt.
Für diese Investition mussten von der Gemeinde Edling, nach Abzug der Zuschüsse anderer
Zuwendungsgeber immerhin noch ca. 28.000,-- DM aufgewendet werden.
Um die Sicherheit der Feuerwehrmänner zu erhöhen, hat der Feuerwehrverein auf eigene
Kosten (6.000,-- DM) die Atemschutzgeräte zusätzlich mit einem digitalen
Einsatzzeitrechner mit integriertem Totmann - Melder (ICU) ausgestattet.
Erfreulich ist, dass die Fa. Meggle, Reitmehring, die Raiffeisenbank Edling und die
Sparkasse Edling der Feuerwehr ebenfalls einen satten Zuschuss gewährt haben.
Rettungsgerät
Dieses hochwertige Gerät dient bei Verkehrsunfällen zur Bergung
eingeklemmter Unfallopfer aus den Fahrzeugwracks.
Im Bild sehen Sie rechts die beiden Trommeln mit den Hochdruckschläuchen. Dahinter
befindet sich der Elektromotor mit der Hydraulikpumpe.
Links sehen Sie unten die an eine Krebsschere erinnernde Rettungsschere. Mit dieser
können Dachholme oder Türscharniere usw. durchgeschnitten werden, so dass z.B. nach
Fahrzeugüberschlägen eingedrückte Dächer geöffnet und die Verletzten geborgen werden
können.
Darüber sehen Sie den leicht geöffneten Spreizer. Dieser kommt zum Einsatz, wenn sich
verklemmte Türen nicht öffnen lassen oder die Unfallopfer im Fahrzeug eingeklemmt sind
und erst nach dem Spreizen der Karosserie aus dem Fahrzeug geborgen werden können.
Klar ist, dass hier gewaltige Kräfte am Werke sind. Der Spreizer hat an der Spitze einen
Druck von 3 Tonnen! Die Hydraulik arbeitet mit bis zu 650 bar (650 kg pro
Quadratzentimeter). Zum Vergleich: ein normaler Pkw-Reifen ist mit ca.
2 bar aufgeblasen. Das neue Fahrzeug ist zusätzlich mit einem Satz hydraulischer
Rettungszylinder (mit bis zu 90 cm Hub) ausgerüstet.
Das in aller Regel die Bergungsarbeiten in enger Zusammenarbeit mit dem medizinischen
Personal erfolgen, ist selbstverständlich. Die verletzten Insassen müssen fast immer
medizinisch versorgt werden. Hinzu kommen meist widrige Umstände, da viele Unfälle bei
schlechter Witterung und oft nachts erfolgen.
Bleibt zu bedenken, wie weit die Eindrücke, die die oft schwerstverletzten Personen oder
entstellten Leichen hinterlassen, selbst bei hartgesottenen Feuerwehrlern die Psyche
ankratzen und Spuren in der Seele hinterlassen.
Aus- und Fortbildung
Die beste Ausrüstung nützt nichts, wenn die Leute, die sie bedienen sollen,
nicht richtig damit umgehen können. Der notwendige Ausbildungsstand ist jedoch nur dann
gewährleistet, wenn durch regelmäßiges und häufiges Üben jeder Handgriff sitzt, damit
im Ernstfall", wenn auch noch die Widrigkeiten des Wetters wie Regen, Schnee
oder Dunkelheit und Stress hinzukommen, jeder Handgriff sitzt.
Aufmerksamen Spaziergängern ist sicher nicht entgangen, dass sich auf dem
Einsatzparkplatz am Feuerwehrhaus Edling in letzter Zeit immer wieder völlig entstellte
Schrottautos befinden. An diesen Fahrzeugen wurde die Bergung von Unfallopfern geübt.
So fanden im Kalenderjahr 1997 34 Übungen mit 728 Übungsstunden statt. Diese
gliedern sich in verschiedene Themenbereiche.
Beim Thema Wasserförderung wurden z.B. Ortsbegehungen, um Hydranten und sonstige
Wasserentnahmestellen kennen zulernen und zu überprüfen, Leistungsaufbau u.ä.
zusammengefasst. Für die Bürger wäre es angebracht, sich über die
Löschwassersituation in ihrer Umgebung zu informieren, um im Ernstfall der Feuerwehr
brauchbare Hinweise geben zu können (gerade im Winter - evtl. zugeschneite
Unterflurhydranten).
Unter Techn. Hilfeleistung wurden Übungen wie Hilfeleistungen bei
Verkehrsunfällen, Ölsperren, Heuwehrgerät u.ä. zusammengefasst.
Allgemeine Übungen: Löschübungen an fiktiven Brandstellen mit Leitungsbau,
Verkehrssicherung an Unfallstellen usw.; zu den Übungen zählen auch die
theoretischen Unterrichte zu den einzelnen Themen.
Atemschutz: Übungen vor Ort und Atemschutzkriechstrecke in Rosenheim. Hier müssen sich
die Leute in völlig unbekannten, total verqualmtem Übungsräumen zurechtfinden und dabei
schwierige Aufgaben erfüllen. Es gilt Hindernisse zu überklettern - oder noch
schwieriger - unter so engen Durchlässen hindurchzukriechen, dass die Pressluftflasche
abgenommen und vor sich hergeschoben werden muss. Wer nur einen Anflug von Klaustrophobie
(Platzangst) hat, ist hierbei völlig ungeeignet.
Leistungsabzeichen (FFW Edling)
1998 legten 27 Mann (3 Gruppen) die Leistungsprüfung ab.
Die Feuerwehrmänner können derzeit folgende Leistungsabzeichen vorweisen:
I (Bronze)
4 Mann
II (Silber)
8 Mann
III/1 (Silber Wiederholung) 2 Mann
III/2 (Gold)
4 Mann
III/3 (Gold blau)
6 Mann
III/4 (Gold grün)
6 Mann
III/5 (Gold rot)
12 Mann
42
Mann
Verbesserte Ausrüstung / Ausstattung
Über Art, Umfang und Beschaffenheit der Ausrüstung einer Feuerwehr gibt es
umfangreiche Regelwerke. Nur die in diesen Vorschriften geforderten Gegenstände werden
bezuschusst und beschafft. Natürlich bietet die einschlägige Industrie Ausrüstung an,
die zusätzliche Sicherheit für die im Einsatz befindlichen Leute sowie mehr
"Komfort" bringen.
Die Vorstandschaft der Edlinger Wehr hat beschlossen, aus Mitteln des Vereines
zusätzliche Ausrüstung zu beschaffen, die zum Teil der Sicherheit der Leute und zum Teil
auch dem Komfort dienen.
Es handelt sich hierbei um:
ca. 6.000 DM für zusätzliche Ausstattung zur
Atemschutzausrüstung (sog. Totmann - Piepser);
ca. 7.000 DM für Feuerwehrstiefel (Fire-Fighter);
ca. 3.000 DM für Rollglies zur Höhen- und Tiefenrettung;
ca. 4.000 DM für Dienstkleidung (Uniformen).
Der Verein hat somit ca. 20.000,-- DM aufgewendet. Diese Mittel stammen im wesentlichen
aus Überschüssen aus den zwischenzeitlich schon traditionellen Gartenfesten der
Feuerwehr. Unser Gartenfest, das immer am letzten Juni-Sonntag vor dem Feuerwehrhaus
stattfindet, erfreut sich zunehmender Beliebtheit, wohl auch wegen der abwechslungsreichen
Küche.
Dieses Fest wird ausschließlich von den aktiven Mitgliedern der Wehr veranstaltet, die
neben der Zeit für Übungen und Einsätze auch hierfür noch beträchtlich Freizeit
opfern.
Ebenso wollen wir unseren regelmäßigen und auch unregelmäßigen "Sponsoren
danken, die uns immer wieder Spenden zukommen lassen.
Dank gilt auch den passiven und fördernden Vereinsmitgliedern, die es durch ihren
Jahresbeitrag von nur 12.-- DM ebenfalls ermöglichen, zusätzliche Ausrüstung zu
erwerben.
Vereinsleben
Neben der Rettungs- und Hilfsorganisation sind die Feuerwehren auch Vereine,
denen jeder beitreten kann. Wie bei allen anderen Vereinen gibt es auch hier ein
Vereinsleben. Bei der Feuerwehr ist dies um so mehr von Bedeutung, da man in ungezwungener
Atmosphäre den Anderen, auf den man im Einsatz auf Gedeih und Verderb
angewiesen ist, näher kennenlernen kann, zumal wenn er neu hinzugekommen ist.
Selbstverständlich fördert ein gelungener Vereinsabend den Zusammenhalt, der mitunter
lebensnotwendig ist, wenn jemand im Einsatz in Not gerät. Da die meisten Aktiven in der
Regel auch dem bodenständigen Brauchtum verbunden sind, werden Anlässe wie u.a.
Hochzeiten, Geburten u.a. auch vereinsintern entsprechend gewürdigt und gefeiert. Auch
bei anderen Anlässen und Festen in der Gemeinde und den Nachbargemeinden sind die Wehren
immer mit dabei.
Denn, was wie vorher bereits erwähnt, in der eigenen Wehr gilt, trifft auch beim
Zusammenhalt mit den Nachbarwehren zu: Einander in lockerer Atmosphäre kennen
lernen, damit man sich im Ernstfall aufeinander verlassen kann.
PS.: Es soll auch aktive Feuerwehrleute geben, die, wenn sie mal zu harten
Getränken greifen, glatt einen Spezi hinunterspülen (auch Kommandanten!)
Für eine Einwohnerzahl von 3700 Personen stellen 80 aktive Feuerwehrmitglieder, die sich
den Bürgern an 365 Tagen manchmal 24 Stunden je Tag zur Verfügung stellen, etwas mehr
als 2 % der Bevölkerung dar!
Sollte jemand bereit sein, seine Freizeit der Allgemeinheit uneingeschränkt, also ohne
Rücksicht auf Tages- oder Nachtzeit, Sonn- und Feiertag in einer eingeschworenen
Gemeinschaft kompromisslos zur Verfügung zu stellen, so soll er sich mit
Vorstandsmitgliedern der Wehren oder den Kommandanten unterhalten oder die beiliegende
Mitgliedserklärung ausfüllen. Übungen und Einsätze sind ehrenamtlich -
Verdienstausfälle werden jedoch durch die Gemeinde ersetzt.
Bürger, die das Engagement als fördernde Mitglieder zum Mitgliedsbeitrag von nur
DM 12,-- pro Jahr unterstützen wollen, sollen ebenfalls die beiliegende
Mitgliedserklärung ausfüllen und in den Briefkasten am Feuerwehrhaus einwerfen oder bei
einem ihnen bekannten Feuerwehr'ler abgeben!
[1] Von der Gründung dieser Wehr liegt eine nicht datierte
Gründungsurkunde vor. Aus dem Verpflichtungstext, der wortgleich auch bei anderen Wehren
auftaucht, könnte 1872 oder 1873 angenommen werden.
[2] So beanstandete das königliche Bezirksamt mit einem Schreiben vom 6.4.1876, daß für
eine Steigerabteilung von 18 Mann 4 Haken- und 4 Dachleitern vorhanden sein
müßten, sowie die Steiger allesamt mit Helmen ausgerüstet sein müßten. Darüber
hinaus müßten Spritzen- und Ordnungsmänner mit Gurten ausgerüstet sein.
[3] Diese waren reine Druckspritzen, d.h. Löschwasser mußte mit Kübeln oder ähnlichem
(Eimerketten) eingefüllt werden!
|